Astarte

A Symbol of war, sexuality, fertility

Astarte war eine der bedeutendsten Göttinnen des antiken Vorderen Orients und wurde von der Bronzezeit bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. im gesamten Mittelmeerraum verehrt. Bekannt als Morgen- und Abendstern (Planet Venus), war sie die Hauptgottheit der phönizischen Handelsmetropolen Sidon, Tyrus und Elat. Im pharaonischen Ägypten verehrte man sie als furchtlose Kriegsgöttin und stellte sie der kriegerischen Anat an die Seite; beide galten dort als wehrhafte Töchter des Sonnengottes Re. In Nordafrika verschmolz Astarte eng mit der Göttin Isis. In der phönizischen Kosmogonie war Astarte die Tochter von Ge (Erde) und Epigeios (Himmel); ihr Bruder Elus entmachtete den Vater, woraufhin Astarte und ihre Schwestern Elus vermählt wurden und sieben Töchter gebaren.

Astarte

Zudem schenkte Astarte zwei Söhnen das Leben: Pothos (Sehnsucht) und Eros (Liebe). Mit Zustimmung des Elus herrschte sie gemeinsam mit dem Wettergott Hadad über das Land; um ihre unumschränkte Souveränität zu bekunden, trug sie ein Haupt mit Stierhörnern. Bei archäologischen Ausgrabungen im antiken Israel und Kanaan wurden zahlreiche Terrakotta-Figuren der Astarte entdeckt, die sie gehörnt zeigen.

Zu den heiligen Symbolen der Astarte zählen der Stier, die weiße Taube, der Stern im Kreis, der Löwe, das Streitross und die Sphinx. Eine nordafrikanische Variante ihres Zeichens ist das modifizierte Anch-Symbol (Vorläufer des Tanit-Zeichens): Eine Mondsichel mit Hörnern überragt eine Pyramide – die Hörner symbolisieren den Stier, die Scheibe den Mond und das Dreieck den heiligen Schöpfungshügel.

Das phönizische Zeichen der Astarte (Tanit-Symbol) zeigt eine weibliche Gestalt mit segnend erhobenen Armen, kreisrundem Haupt und trapezförmigem Gewand. Als Königin der Gestirne (Astroarche) wurde sie in ganz Phönizien, Syrien und den westlichen Kolonien wie Karthago verehrt; ebenso galt die Lotusblume als ihr Zeichen des Lebens.

Astarte

Im Königreich Juda wurde ihr Name in den biblischen Schriften polemisch zu Aschttoreth verballhornt (eine Verbindung ihres Namens mit dem hebräischen Wort boschet für „Schande“). Zu ihren Erntefesten wurden geweihte Kornähren (Schibboleth) in die Heiligtümer gebracht und am Höhepunkt der Fruchtbarkeitsriten feierlich dargeboten.

In der modernen Astronomie trägt der Asteroid 672 den Namen Astarte. In der Astrologie gilt sie als wilde, ungezähmte Schwester der Venus: Astarte verkörpert sowohl hingebungsvolle Sinnlichkeit als auch unerbittliche Kampfeskraft.

Historisch gilt Astarte als das Bindeglied zwischen der mesopotamischen Ishtar und der griechischen Aphrodite – Gottheiten der erotischen Liebe, Zeugung und des Schutzes.

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