Der Lorbeerbaum

Symbol of intuitive and acquired wisdom, courage, and strength.

Das Symbol des Lorbeerbaums (Echter Lorbeer) reicht bis ins antike Griechenland zurück. Der Sage nach verliebte sich der Gott Apollon unsterblich in die Nymphe Daphne, diese jedoch erwiderte seine Liebe keineswegs. Daphne wies seine Annäherungsversuche zurück und wurde von ihrem Vater, dem Flussgott Peneios, in einen Lorbeerbaum verwandelt, um Apollon zu entkommen. Apollon empfand den Lorbeerbaum als so vollkommen schön, dass er seine Zweige wählte, um die herausragendsten Persönlichkeiten damit zu krönen. Im antiken Griechenland diente der Lorbeerkranz als erhabene Krone für Helden, Feldherren und Dichter. Die Griechen verliehen den Lorbeerkranz als höchsten Siegespreis bei den Pythischen Spielen in Delphi, die der Überlieferung nach gestiftet wurden, nachdem Apollon die Drachenschlange Python bezwungen hatte.

Lorbeerbaum

Priesterinnen, die Apollon dienten (wie die Pythia in Delphi), kauten vor der Verkündung ihrer Orakelsprüche Lorbeerblätter und Lorbeerbeeren, die anregende und bewusstseinsverändernde Eigenschaften besitzen. Die Menschen glaubten zudem, dass das Legen von Lorbeerbeeren unter das Kopfkissen prophetische Träume hervorrufe.

Der Lorbeerbaum war ein derart bedeutsames Heilszeichen, dass die Römer glaubten, Blitze würden Orte meiden, an denen ein Lorbeerbaum gepflanzt war. Kaiser Tiberius trug bei heraufziehenden Gewittern stets einen Kranz aus Lorbeerblättern, um nicht vom Blitz getroffen zu werden. Die alten Griechen glaubten zudem, dass Lorbeer Gifte und Zauberei abwehre, weshalb sie traditionell zwei Lorbeerbäume links und rechts neben ihre Eingangstür pflanzten – ein Brauch, der sich weit verbreitete und bis in die Gegenwart fortbesteht. Auch im siebzehnten Jahrhundert vertrauten die Menschen auf die Schutzkraft des Lorbeers, um Dämonen und Hexen fernzuhalten.

Im antiken Rom wurde die Siegesgöttin Victoria stets mit einem Lorbeerzweig in der Hand gezeichnet und gemeißelt. Auf einer römischen Münze des Kaisers Konstantin ist der Gott Jupiter abgebildet, der eine Statuette der Victoria mit Lorbeerkranz hält, während über Jupiter ein Adler mit Lorbeerkranz schwebt. Eine andere antike Prägung zeigt Apollon mit einem feuchten Lorbeerzweig, mit dem er den Boden rituell reinigt; auch weitere römische Münzen belegen die Verwendung von Lorbeerzweigen in kultischen Reinigungszeremonien.

Im Christentum symbolisiert der Lorbeerbaum die Auferstehung Jesu Christi und das ewige Leben; zugleich steht er für Ehre, Ruhm und geistigen Triumph.

Bis heute erhalten die Sieger traditionsreicher Grand-Prix-Rennen einen Lorbeerkranz überreicht. In Italien tragen Universitätsabsolventen bei ihrer Abschlussfeier traditionell einen Lorbeerkranz (Corona d’alloro) auf dem Haupt. Lorbeerblätter finden Verwendung in Traumkissen und werden von Heilkundigen geschätzt, um Räume energetisch zu reinigen.

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