Totenkopf und gekreuzte Knochen
A Symbol of sacrifice, poison, danger, death, bravery, toughness, ferocity, warning, and victory.
Das Symbol aus Totenkopf und gekreuzten Knochen (Skull and Crossbones) besteht aus einem menschlichen Schädel über zwei überkreuzten Langknochen.
Bereits die Maya im alten Mittelamerika nutzten das Zeichen an Opferaltären und zur Darstellung von Totengöttern und jenseitigen Mächten: Die Tempelanlage der Friedhofsgruppe in Uxmal trägt Totenschädel und gekreuzte Knochen an den Mauern; es handelte sich dabei keineswegs um einen Friedhof, sondern um ein sakrales Heiligtum.

Manche Historiker sehen Vorläufer des Motivs im alten Ägypten, wo die Särge der Pharaonen den Herrscher mit zwei gekreuzten Krummstäben und Geißeln auf der Brust darstellten.
Um 1200 n. Chr. etablierte sich der Schädel mit gekreuzten Knochen in Europa fest als christliches Symbol der Vergänglichkeit – ein bildhaftes Memento Mori („Gedenke des Todes“) auf Grabsteinen, Beinhäusern und Sarkophagen, das eng mit der Bildtradition des Totentanzes (Danse Macabre) verknüpft war.
Ab dem 14. Jahrhundert und insbesondere im Goldenen Zeitalter der Seeräuberei wurde der Totenkopf mit gekreuzten Knochen auf schwarzem Grund als gefürchtete Piratenflagge (Jolly Roger) gehisst, um unerbittliche Entschlossenheit zu signalisieren. Nach dem Niedergang der Piraten übernahmen militärische Eliteeinheiten das Emblem, um furchtlose Tapferkeit auszudrücken: Der U-Boot-Dienst der britischen Royal Navy hisst den Jolly Roger traditionell bei erfolgreicher Rückkehr; das US Marine Corps, das Kuperjanov-Bataillon der estnischen Streitkräfte sowie britische Kavallerieregimenter (Lancers) tragen den Totenkopf auf Mützen und Abzeichen. Während des russischen Bürgerkriegs führte die weiße Kornilow-Division Totenkopfabzeichen; im Ersten Weltkrieg malten Jagdflieger das Emblem auf ihre Maschinen, und im Zweiten Weltkrieg wurde es von Verbänden der Wehrmacht missbraucht.
In den 1850er Jahren wurde das Symbol in New York erstmals gesetzlich auf Arzneiflaschen vorgeschrieben, um vor tödlichem Gift zu warnen. Im nördlichen Europa zierten Totenschädel Rosenkränze und Kruzifixe als Sinnbild von Golgatha („Schädelstätte“) und des Sieges Christi über den Tod.

Auch im Sport fand das Emblem Eingang: Britische Rugby-Mannschaften übernahmen Totenkopf und Knochen ab den 1870er Jahren als Ausdruck kämpferischer Härte; das US-Footballteam der Raiders und zahlreiche Sportvereine namens Pirates führen abgewandelte Varianten im Logo.
Zudem verwenden Studentenverbindungen und Geheimgesellschaften das Emblem: Das berühmteste Beispiel ist die 1832 gegründete Geheimgesellschaft Skull and Bones an der Yale University; ebenso führen die Freimaurer und Tempelritter den Schädel mit Knochen in ihren Einweihungsritualen als Mahnung an die irdische Sterblichkeit und Verschwiegenheit.
In der modernen Welt dient das Zeichen international als Gefahrensymbol für giftige Substanzen auf Chemikalienbehältern und wird als rebellisches Emblem in der Heavy-Metal- und Punkszene geschätzt.