Valentinstagssymbole
Als kommerzieller Festtag begann der Valentinstag um das Jahr 1913, als Hallmark Cards die ersten gedruckten Valentinskarten auf den Markt brachte. Die kulturgeschichtlichen Wurzeln des Tages reichen jedoch ungleich weiter zurück: Im antiken Rom feierte man um den 14. und 15. Februar das archaische Fest der Lupercalia – ein heidnisches Sühne- und Fruchtbarkeitsritual, das sich im Zuge der Christianisierung allmählich in das Fest des heiligen Valentin wandelte. Im Folgenden werden die klassischen Symbole des Valentinstags vorgestellt:

Das Herz-Symbol
Symbol für Erotik, Zuneigung, Seelenliebe und Romantik
Das Herz war eines der ersten kommerziell genutzten Valentinsmotive. Die symbolische Herzform selbst ist jedoch Jahrtausende älter als der moderne Valentinstag und war bereits in antiken Hochkulturen bekannt. Ursprünglich war das Zeichen nicht primär mit sentimentaler Liebe verbunden, sondern leitete sich aus dem nach unten weisenden Dreieck ab – dem uralten Zeichen für das weibliche Schossprinzip und sakrale Fruchtbarkeit. Erst im europäischen Mittelalter und in der höfischen Minne wandelte sich das Herz zum universalen Sinnbild für romantische Liebe und Seelenverwandtschaft.

Das Symbol der Farbe Rot
Symbol für Lebensblut, Leidenschaft, Erotik, Zorn und Begehren.
Die Farbe Rot prägt den Valentinstag in Herzen, Rosen und festlichen Dekorationen. Die Verwendung von Rot geht historisch vermutlich auf die antiken Lupercalien zurück: Während dieses Ritus opferten die Priester Ziegenböcke und einen Hund. Die Böcke symbolisierten ungezähmte sexuelle Triebkraft, während der Hund an die Wölfin erinnerte, die Romulus und Remus gesäugt hatte. Rot ist zudem die physiologische Farbe des Begehrens und der Erregung: Wenn ein Mensch von Liebe, Leidenschaft oder Zorn ergriffen wird, schießt ihm das Blut ins Antlitz und lässt seine Wangen erröten.

Das Symbol der Farbe Weiß
Symbol für mütterliche Güte, Reinheit, Unschuld und Keuschheit.
Auch die Farbe Weiß gehört traditionell zum Valentinstag – in zarter weißer Spitze und weißen Herzen. Diese Symbolik wurzelt ebenfalls in den Lupercalien: Nach dem Opfer berührten die Priester die Stirn zweier junger Männer mit dem blutigen Opfermesser und wischten das Blut sogleich mit in Milch getränkter Wolle ab. Die nährende Milch verkörperte das lebensspendende Geschenk der Wölfin, die die römischen Stadtgründer gerettet hatte. Im späteren christlichen Kontext wandelte sich Weiß zum Sinnbild unbefleckter Reinheit, Treue und seelischer Keuschheit.
Turteltauben
Symbol für Hoffnung, den Heiligen Geist und ewige Treue
Tauben sind seit Jahrhunderten feste Begleiter des Valentinstags. Das Taubensymbol ist uralt: Im Alten Testament brachte die Taube Noah den frischen Olivenzweig auf die Arche als Zeichen dafür, dass Gott wieder Frieden mit den Menschen schloss. Im Neuen Testament senkte sich der Heilige Geist bei der Taufe Jesu in Gestalt einer Taube herab. Darüber hinaus gelten Tauben (besonders Turteltauben) als Inbegriff ehelicher Zuneigung, da sie sich ein Leben lang treu an einen Partner binden und einander liebevoll kosen.

Der Liebesknoten
Symbol für unvergängliche Verbundenheit, ewige Treue und Schutz.
Das Motiv des Liebesknotens reicht bis in die Antike zurück. Keltische Liebesknoten besitzen weder Anfang noch Ende und symbolisieren so die Ewigkeit wahrer Liebe. Im vorislamischen Arabien flochten Liebende kunstvolle Knoten, um einander geheime Botschaften der Ergebenheit zu übermitteln. Bei der traditionellen keltischen Handfasting-Zeremonie wurden die Hände des Brautpaares mit einer Kordel umschlungen, um das Band der Ehe sichtbar zu besiegeln. Der Herkulesknoten galt im antiken Griechenland und Rom als Liebespfand und im alten Ägypten als heilender Schutzzauber.

Amor (Cupido)
Symbol für Begierde, Liebeszauber, erotische Sehnsucht und wahre Liebe.
Amor (römisch Cupido, griechisch Eros) ist der geflügelte Gott des Liebesverlangens. Er gilt als Sohn des Kriegsgottes Mars und der Liebesgöttin Venus. Mit Bogen und Köcher bewaffnet, führt er zweierlei Pfeile: Trifft sein goldgespitzter Pfeil ein Herz, entfacht er unwiderstehliche, verzehrende Liebe; trifft hingegen sein stumpfer Bleipfeil, flieht der Getroffene voller Abneigung. Die berühmte Sage von Amor und Psyche erzählt, wie die sterbliche Psyche in einen Zauberschlaf fiel, aus dem Amor sie rettete und sie zu seiner unsterblichen Gemahlin erhob – der Triumph wahrer Seelenliebe über alle irdischen Prüfungen. Heute wird Amor meist als pausbäckiger Knabe dargestellt, der seine Liebespfeile verschießt.

Die Rote Rose
Symbol für lodernde Leidenschaft, Vollkommenheit und romantische Liebe.
Der griechischen Sage nach verdankt die rote Rose ihren Ursprung der Liebesgöttin Aphrodite. Als sie ihren geliebten Adonis fand, der von den Hauern eines wilden Ebers tödlich verwundet worden war, vermischten sich ihre heißen Tränen mit dem herabfließenden Blut des Jünglings – und aus dieser Vereinigung von Schmerz und Hingabe erblühte die erste rote Rose. Im viktorianischen England, wo offene Liebesbekundungen gesellschaftlich verpönt waren, entwickelte sich die feinsinnige Sprache der Blumen (Floriographie): Hierbei stand die tiefrote Rose ausnahmslos für bedingungslose, leidenschaftliche Liebe.

Schokoladenkonfekt
Symbol für adeligen Luxus, Sinnenfreude, Dekadenz und zärtliche Zuneigung.
Die Kakaobohne stammt aus dem präkolumbischen Mesoamerika, wo Maya und Azteken aus ihr ein schaumiges, bitteres Göttergetränk (Xocōlātl) zubereiteten. Kakaobohnen galten als kostbares Zahlungsmittel und Statussymbol der Aristokratie. Aufgrund ihres natürlichen Koffein- und Theobromingehalts galt Schokolade als anregendes Aphrodisiakum. Über Spanien gelangte die Schokolade an die europäischen Fürstenhöfe; 1615 wurde sie durch die Heirat der spanischen Königstochter Anna von Österreich mit Ludwig XIII. in Frankreich eingeführt und zum Inbegriff höfischer Verführung. Mit der industriellen Revolution wurde Schokolade in Tafel- und Pralinenform für breite Schichten zugänglich. Als köstliches Aphrodisiakum wird Pralinenkonfekt in Herzschachteln bis heute als Zeichen inniger Zuneigung am Valentinstag verschenkt.

Das Spitzen-Symbol (Spitze)
Symbol für zarte Eleganz, weibliche Verführung, Reichtum und Geheimnis.
Spitzenborten waren ursprünglich sündhaft teure, in monatelanger Handarbeit gefertigte Luxusgüter, die den Königshäusern und dem Hochadel Italiens, Frankreichs und Spaniens vorbehalten waren. Spitzentaschentücher spielten eine legendäre Rolle im Liebeswerben: Ließ eine Dame auf einem Ball ihr Spitzentaschentuch fallen, galt dies als diskrete Einladung; hob der Kavalier es auf und behielt es, erwiderte er ihr Werben. Spitze ziert traditionell Brautschleier als Zeichen sittlicher Zartheit. Mit der maschinellen Webtechnik hielt Spitze Einzug in elegante Dessous und Nachtwäsche, wodurch sie zum Sinnbild erotischer Verführung und sinnlicher Intimität am Valentinstag wurde.
Das Schleifenband
Symbol für Verknüpfung, höfische Zuneigung und erotische Bindung.
Schleifenbänder aus Seide, Samt oder Spitze blicken auf eine lange Tradition im Liebeskult zurück. Im ritterlichen Mittelalter lösten Edeldamen die farbigen Seidenbänder aus ihrem Haar und überreichten sie ihrem auserwählten Ritter. Dieser band das Band um seine Turnierlanze oder seinen Helm und ritt im Namen seiner Dame in den ritterlichen Kampf. Bänder zieren bis heute Strumpfbänder und Mieder und spielen seit Jahrhunderten eine feste Rolle in volkstümlichen Liebes- und Bindungszaubern.
