Thelema-Symbole
Die Thelema-Symbole entstammen im Wesentlichen der neuen religiös-philosophischen Bewegung, die auf dem thelemischen Gesetz gründet. Dieses Gesetz lautet: „Tue, was du willst, soll sein das Ganze des Gesetzes. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen“ („Do what thou wilt shall be the whole of the Law. Love is the law, love under will“). Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1904) durch den englischen Schriftsteller und Okkultisten Aleister Crowley in Kairo nach dem Empfang des „Buchs des Gesetzes“ (Liber AL vel Legis) formuliert.

Die obige Abbildung zeigt das unikursale Hexagramm, das wichtigste grafische Emblem von Thelema. Obwohl es von Crowley weit verbreitet wurde, geht die mathematische Konstruktion dieser in einem einzigen ununterbrochenen Linienzug gezeichneten Figur auf Blaise Pascal im Jahr 1639 zurück. Das Zeichen repräsentiert die Durchdringung der fünf Urelemente (Pentagramm) mit den kosmisch-planetaren Himmelskräften der Makrokosmos-Symbolik.

Dies ist der Stern von Babylon (Heptagramm), der als persönliches Siegel Crowleys galt. Das Symbol ruft die Schutzengel und Genien der sieben klassischen Planeten an und visualisiert das thelemische Gesetz. Es wird auch als Siegel von Babalon oder das Mysterium der Großen Mutter verehrt – der Scharlachroten Frau (Scarlet Woman) und Mutter der Gräuel, die sich allem Lebendigen hingibt und so zum Mysterium aller Schöpfung wird.

Dieses siebenzackige Sternsymbol (Heptagramm) ist das Emblem der Göttin Babalon. Crowley wählte es als Personifikation der kabbalistischen Sephira Binah (Verstehen/Großmutter). Die sieben Zacken versinnbildlichen die sieben Buchstaben des Namens B-A-B-A-L-O-N sowie die sieben Planeten der Antike, die sieben Schleier der Einweihung und die sieben Chakren.

Diese stilisierte Ausführung ist das offizielle Siegel des College of Thelema. Ursprünglich das persönliche Symbol der Gründerin Phylis Seckler (Soror Meral), wurde es später als Ordenssiegel übernommen. Die Bildkomposition lehnt sich an das Lamen der Martinisten an, wobei das Auge des Horus den hebräischen Buchstaben Jod im Dreieck ersetzt. Die herabsteigende Taube und der Kelch entstammen der sakralen christlich-gnostischen Bildsprache und symbolisieren das Herabströmen des Heiligen Geistes sowie den Gral der Eucharistie.

Dieses Emblem schließlich repräsentiert die Ecclesia Gnostica Catholica (Gnostisch-Katholische Kirche), den kirchlichen Arm des Ordo Templi Orientis (O.T.O.), der das Gesetz von Thelema verkündet. Hauptaufgabe ist die Feier der Gnostischen Messe (Liber XV) – ein eucharistisches Ritual für öffentliche und private Einweihung, das Crowley 1913 verfasste.
